Van Gogh galt seinerzeit als Kleckser und Schmierer, und viele Künstler nach ihm ebenso. Inzwischen gibt es kaum noch jmd., der die Impressionisten nicht zum Kulturkanon zählt. Man kann sich seine Arbeiten nur leisten, wenn man einen Turm von Gutscheinen hat. Und für seine Arbeiten gibt es keine Gutscheine, geschweigedenn werden seine Bilder kopiert. Das würde gegen die Ehre verstoßen. Einfach so für seine Meisterwerke Gutscheine herausgeben, damit sich jeder letzte auch sein Werk kaufen kann, so sollte es nicht enden, nein. Mit gefällt es, dass seine noch verbliebenen Bilder gut verwahrt in einem Museum hängen und es nicht irgendein ein Mensch aufgrund seines spottbilligen Gutschein privatisiert.
Es ist interessant zu wissen, daß die Fotografie den Künstler als jmd., der die Realität präzise wiedergibt bzw. konserviert, überflüssig gemacht hat auf der einen Seite. Daß auf der anderen Seite die Fotografie die Wahrnehmung ihrerseits verändert hat, und als Hilfsmittel die Malerei fortan beeinflußt hat. Und daß zu Zeiten der Pointillisten synthetische Farben entwickelt wurden, die sehr rasch trocknen, so daß diese Maltechnik überhaupt erst möglich wurde. Diese Veränderungen haben in der Folge zu weiteren Folgen geführt – u.a. zu einem sehr experimentellen Umgang mit Techniken überhaupt, zu neuen Fragen was der Künstler überhaupt will, was Kunst ist oder sein könnte. Für den Künstler ist es dadurch nicht unbedingt einfacher geworden. Rasch wurden extreme Positionen ausprobiert, wie monochrome Flächen, Leinwand, die bloß zerschnitten ist, Leinwand pur, und Rahmen ohne Leinwand. Wer das heute nachmacht macht es nicht besser, und muß sich fragen lassen, wo der Witz ist – der zumindest da war, als es neu war. Die Künstler selbst haben sich auch des Themas angenommen – so hat ein Künstler Künstlerscheiße verkauft.
Van Goghs Werke sollten nicht mit Gutscheinen erwerbbar sein
Oct 13th, 10
/ 0 Comments
/